Risikorechner zur Beurteilung des Prostatakrebsrisikos

Einleitung

  • Bei Männern mit einem verdächtigen Tastbefund (digitale rektale Untersuchung (DRU)) und/oder erhöhtem Prostata-spezifischem Antigen (PSA) wird typischerweise versucht, einen Prostatakrebs (PCa) durch die Prostatabiopsie zu bestätigen. Eine Prostatabiopsie kann Schmerzen, Blutungen und Infektionen verursachen. Es ist deshalb wichtig, vor der Biopsie die Wahrscheinlichkeit abschätzen zu können, dass die Biopsie auch Krebszellen enthält. (Mehr Informationen: Diagnose von Prostatakrebs)
  • Prostatakrebs verläuft nicht bei allen Männern tödlich. Die meisten Männer werden trotz Prostatakrebs an anderen Ursachen sterben. Deshalb werden die Entscheidungen über Behandlungsart und Zeitpunkt oft von einer Einschätzung des Risikos abhängig gemacht, ob der Tumor fortschreitet, sich zum Beispiel lokal oder darüber hinaus auf entfernte Regionen ausbreitet (z. B. Metastasen in der Wirbelsäule) und damit letztlich zum Tode führen kann. (Mehr Informationen: Diagnose von Prostatakrebs).

Mit einzelnen klinischen Variablen allein lassen sich keine Ergebnisse der Prostatabiopsie oder eine potentielle Progression des Tumors vorhersagen. Eine Kombination verschiedener klinischer Variablen liefert die beste Vorhersage einer PCa-Diagnose und der Progression bei den einzelnen betroffenen Personen.

Verfügbare Risikorechner

RechnerMehrere Instrumente von verschiedenen PCa-Forschungsinstitutionen wurden zur Risikovorhersage von PCa bei einer Biopsie und seines Progressionspotentials entwickelt. Sie werden als Risikorechner bezeichnet und bestehen aus Prognosetabellen oder Nomogrammen. Sie wurden zur Entscheidungshilfe für Ärzte und Patienten entwickelt, ob eine Biopsie nötig ist und helfen außerdem bei der Frage, welcher Behandlungsansatz am besten geeignet wäre, falls ein PCa durch Biopsie bestätigt wurde. Sie basieren auf dem Wissen und der korrekten Bewertung klinischer Daten vieler Betroffener; deshalb wird eine Zuhilfenahme dieser Risikorechner bei der Beratung mit Ihrem Arzt ausdrücklich empfohlen.

Tabelle 1 zeigt eine Auswahl bekannter Risikorechner mit Internet Zugriff. Sie unterscheiden sich voneinander durch den untersuchten Bevölkerungstyp (USA oder Europäer) und die Art der klinischen Daten, die zur Berechnung des Risikos bekannt sein müssen, oder in Bezug darauf, ob der einzelne Mann

  • (noch) keine Biopsie hatte (d. h. vor Biopsie bei Männern mit anormaler DRU und/oder erhöhtem PSA)
  • (noch) nicht behandelt wurde (z. B. prä-operativ bei Patienten mit einer positiven Biopsie).

 

Tabelle 1: Einige bekannte Risikorechner
Prognosetabellen Nomogramme
  Krebsrisikoberechner für Prostatakrebs
Prä-Biopsie, USA
  Prostatarisiko-Indikator
Prä-Biopsie, Europa
Partin-Tabellen
Prä-operativ, USA
Center for Prostate Disease Research (CPDR)
Prä-operativ, USA
  Kattan oder Memorial Sloan-Kettering Cancer Centre (MSKCC)
Prä-operativ, USA
  Prostatarisiko-Indikator
Prä-operativ, Europa

 

Die meisten Instrumente kombinieren zur Risikovorhersage der PCa-Progression folgende klinische Daten:

  • Alter (d. h. Berücksichtigung der Lebenserwartung)
  • PSA-Wert
  • Stadium (TNM: Tumor, Knoten, Metastasen)
  • Gleason-Score.

Einige fügen auch den Prozentsatz positiver Biopsieproben, die in der Biopsie gefundene Menge an Krebsgewebe und/oder andere Informationen hinzu (z. B. Bestrahlungsdosis, Anwendung einer Hormontherapie).

Der Krebs-Risikokalkulator für Prostatakrebs ist zur Zeit der einzig verfügbare Risikokalkulator der auch PCA3 (Prostata-CArzinom Gen 3) berücksichtigt. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter http://deb.uthscsa.edu/URORiskCalc/Pages/calcs.jsp   

Berechnung Ihres persönlichen Progressionsrisikos bei Prostatakrebs

Bitte geben Sie unten an, welcher der folgenden Punkte auf Sie zutrifft. Sie werden dann zum geeigneten Risikoberechner geführt:

Verdacht auf Prostatakrebs, vor Biopsie (anormale DRU / erhöhtes PSA)

Bestätigtes Prostatakrebs vor Behandlung (positive Biopsie, vor Behandlung)