Fragen und Antworten

Was ist der Unterschied zwischen PCA3 und PSA?

Antwort von das PCA3-Expertengremium
Prof. Jack Schalken
Prof. Bertrand Tombal
Prof. Hendrik Van Poppel
30/11/2010

Der wichtigste Unterschied zwischen dem PCA3 (Prostate CAncer gene 3) und dem Prostata-spezifischen Antigen (PSA) ist die Tatsache, dass das PCA3 Prostatakrebs (PCa)-spezifisch ist. Der PSA-Wert ist zwar prostataspezifisch, nicht aber prostataKREBSspezifisch da das PSA auch von normalen, nicht-kanzerogen Prostatazellen produziert wird; deshalb ist das PSA nicht nur bei Männern mit PCa erhöht (höher als 2,5-6,5 ng/mL je nach Alter), sondern auch bei Männern mit anderen, nicht-kanzerogenen Prostatakrankheiten. Zu diesen zählen die gutartige Prostatahyperplasie (BPH, d.h. Prostatavergrößerung) oder Prostatitis (Infektion oder Entzündung der Prostata). Je größer die Anzahl der Prostatazellen / die Größe der Prostata, umso höher ist der PSA-Spiegel im Blut.

Folglich haben viele Männer mit einem PSA-Spiegel zwischen (altersspezifischen) Normalwert und 10 ng/mL kein PCa, d. h., die Prostatabiopsie ist negativ / enthält keine Krebszellen. Eine Prostatabiopsie kann Schmerzen, Blutungen und Infektionen verursachen. Es besteht deshalb Bedarf an zusätzlichen Tests, die helfen, unnötige Biopsien bei diesen Männern zu vermeiden.

PCA3 wird anders als das PSA nur von PCa-Zellen produziert und nicht von der Prostatagröße beeinflusst; deshalb sagt der PCA3-Score besser als das PSA ein mögliches PCa in einer anschließenden Biopsie voraus. Als solches wird er helfen, die Zahl unnötiger Biopsien und ihre potentiellen Beschwerden, Schmerzen und Komplikationen (Blutungen und Infektionen) zu senken

Mehr Informationen: PCA3 Hintergrund-Informationen